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Erneut Flugzeugabsturz mit Todesopfern in Egelsbach

Am 1. März 2012 kam es erneut zu einem dramatischen Flugzeugabsturz mit Todesopfern am Flugplatz Egelsbach.

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Außerdem möchten wir an dieser Stelle den zahlreichen Einsatzkräften vor Ort unseren Respekt ausdrücken.

Dieser dritte Flugzeugabsturz mit Todesopfern seit Dezember 2009 zeigt eine völlig neue Risiko-Qualität am Flugplatz Egelsbach auf, besonders wenn man die Größe der abgestürzten Maschine beachtet. Es handelt sich um eine Cessna 750 Citation X, mit einem Maximalgewicht von ca. 16 Tonnen und einem Treibstofffassungsvermögen von über 6 Tonnen (!). Wir verzichten an dieser Stelle auf einen eigenen Bericht zum Unfallhergang und verweisen auf die zahlreichen Medienberichte, die bundesweit für große Betroffenheit gesorgt haben.

Wenn man sich die Absturzstelle ansieht, die knapp 30 Meter neben der des Flugzeugabsturzes von 2009 (siehe Bericht der BFU)  liegt, stellt man fest, dass sich auf einer geraden Linie und nur 1.400 Meter entfernt das Gewerbegebiet von Egelsbach mit seinen zahlreichen Großmärkten befindet. Dass bei diesem hochriskanten Flugmanöver bei Nacht und Nebel nicht weitere Menschen am Boden zu Schaden gekommen sind, ist also ein Glückfall, auf den man sich in Zukunft nicht verlassen kann.

Dabei muss man ausdrücklich erwähnen, dass es sich bei dem abgestürzten Jet nicht um eine Maschine des Flugplatz-Mehrheitsgesellschafters NetJets handelt.
Und das hat einen ganz einfachen Grund: NetJets fliegt aus Sicherheitsgründen seinen eigenen Flugplatz nicht mit Maschinen dieser Größenordnung an.

Diese großen Maschinen starten und landen fast ausschließlich auf dem benachbarten Großflughafen Rhein-Main, wo die Hindernisfreiheit gegeben ist und sicher per Instrumentenlandesystem (ILS) geflogen wird. Egelsbach wird diese Voraussetzungen niemals erfüllen können. Dass trotzdem solche Flugbewegungen  in Egelsbach durchgeführt werden, ist angesichts der sicherheitstechnischen Risiken und der entsprechenden Einschätzung durch NetJets unverantwortlich.

Wir fordern deshalb den Betreiber des Verkehrslandeplatzes Egelsbach und insbesondere die Firma NetJets auf, ihren eigenen Anforderungen am Standort Egelsbach zu folgen, und darüber hinaus im Interesse der Sicherheit Ihrer Kunden und der Anwohner den Flugbetrieb für Flugzeuge über 5,7 Tonnen umgehend und endgültig einzustellen.

Solche Kerosinbomben gehören nicht auf einen kleinen Flugplatz mitten in dichtbesiedelten Gebieten.

Pressestimmen:

Frankfurter Neue Presse online vom 08.03.2012: “HFG will sich nicht an den Spekulationen zum Unfall beteiligen”

Spiegel Online vom 05.03.2012 : “Der Todesflughafen von Warren Buffet”

Bild.de vom 03.03.2012 : “Textil-Millionär tot in diesem Wrack”

Offenbach-Post online vom 02.03.2012 : “Flugzeugabsturz fordert fünf Todesopfer”

t- online vom 02.03.2012 : “Fünftes Todesopfer nach Flugzeugabsturz in Hessen geborgen”

5 comments to Erneut Flugzeugabsturz mit Todesopfern in Egelsbach

  • Ein weiterer Berufspilot

    Sie sollten mal in http://www.flugzeugforum.de/forum/showthread.php?69231-Absturz-einer-Cessna-750-in-Egelsbach&p=1702074&viewfull=1#post1702074 sehen, bevor Sie bar jeglicher Objektivität auf den SPON-Artikel aufspringen.

  • JC

    Der vom Eigentümer selbst geflogenen Cessna 750 (N288CX) kriegerische Absichten zu unterstellen (“Kerosinbombe”) geht mir zu weit und die Einschätzung des weiteren Berufspiloten bezüglich des reißerischen Spiegelartikels teile ich. Gleichwohl stinkt es an der Unfallstelle penetrant nach Kerosin und möglicherweise ist Die Koberstadt mit ein paar Tonnen Kerosin kontaminiert. Bezieht ihr nicht Euer Trinkwasser von dort oben?

    Acht Tote liegen im Wald, liegt auf der Koberstadt etwa ein Fluch? Der Unfall vom Dezember 2009 mit der D-IXIE lässt sich kurz so zusammenfassen: 1. verantwortlicher Pilot mit abgelaufenem Flugschein unter leichtem Alkoholeinfluss und mit Parkinsonscher Krankheit unterwegs, Flugzeug ohne Nachprüfschein (ungeklärt). 2. Der Anflug wurde mit zu hoher Geschwindigkeit durchgeführt. Komprimiert: Lasche Kontrollen bei Geschäftsflugzeugen und menschliches Versagen führten zu diesem Unglück. Freilich ist es möglich selbst einen großen Jet im Sichtflug und Platzrundenverfahren, sogar auf einer Sandpiste, sicher zu landen. Jürgen Vietor hat dies vorgeführt. Der Unfall der N288CX wird sicherlich bis in das letzte Detail aufgeklärt werden. Nur soviel lässt sich jetzt schon sagen: mit. 360 km/h bei der Querung der Messeler Straße (L3317) war der Pilot recht zügig unterwegs, zum Vergleich D-ITFC: 275 km/h, N46BC 300 km/h.

    Warum sich Waren Buffett, der ansonsten gegen jegliche Verschuldung predigt, an der laut Bundesanzeiger mit rund 650.000 Euro überschuldeten Flugplatz GmbH beteiligt, bleibt ein Rätsel. Diese Gesellschaft wird ein Instrumentenlandesystem mit Sicherheit nicht finanzieren können, dies soll offensichtlich der Fiskus tun. Es ist auch nicht erforderlich, damit die am Flugplatz ansässigen, altehrwürdigen Vereine ihren Zweck ausführen können. Somit ist eure Forderung mit der Beschränkung auf 5,7 t völlig in Ordnung Gefährdet sehen würde ich euere kleine Stadt, die in der Mitte einige schöne Fachwerkgebäude vorweisen kann, nicht durch den Landeplatz, sondern durch Frankfurt. Kam es doch dort am 13.12.2011 zu einem Beinahezusammenstoß eines durchstartenden Airbus 380 mit einem startenden Airbus 320. Menschliches Versagen ist halt auch mit der besten Elektronik der Welt nicht auszuschließen.

  • Fanta Sieh

    Die Abstürze sind schlimm, keine Frage. Leider liefern sie aber auch Argumente, das ILS nachzurüsten. Wie Sie sicher wissen, liegt beim RP in Darmstadt schon ein Gutachten der Flugsicherung zur Einführung des instrumentengestützen Flugbetriebs für Egelsbach vor.
    Wenn das realisiert wird, kann ich nur sagen: “Gute Nacht!” ….

  • Warum “Gute Nacht”, wenn ein ILS nachgerüstet wird? Fanta Sieh sollte sich lieber mal damit auseinander setzten und derartige Aktionen als weitere Massnahme sehen, die Sicherheit weiter zu erhöhen. Sicherlich ist dies nur ein weieres Hilfsmittel, aber dennoch ein Kosten- u. Aufwandintensiver Akt, dies überhaupt umzusetzten. Eine reine Abwehrhaltung sollten Sie mal überdenken

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