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Verhandlungstermin in Verfahren gegen Anflugverfahren zum Flughafen Frankfurt Main

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel wird am

 

Mittwoch, dem 30. Oktober 2013, 10.15 Uhr
Raum 300, 3. OG

über eine weitere Klage gegen die Festsetzung von Anflugverfahren zum Flughafen Frankfurt Main (9 C 875 /12.T – sog. südlicher Gegenanflug -) mündlich verhandeln. Klägerin ist die Gemeinde Egelsbach. >> Hier geht es zur Seite des VGH

Wir werden Sie hier umgehend über das Urteil informieren!

Statusmeldung 15:57 Uhr: Die Verhandlung läuft noch.

Statusmeldung 17:50 Uhr: Nach über 6 Stunden wurde die Verhandlung bzw. der Urteilsspruch auf den 20. November vertagt.
Mehr dazu hier: Pressemeldung der op-online

 

5. Fahrradkorso am 1. September unter dem Motto: Flug-Lärm-Abwehr – Wir bleiben dran !

Es ist ruhig geworden um das Thema Flugplatz. Leider hat sich die Ruhe nicht auf den Himmel über Egelsbach und Region übertragen…Dennoch – auch mehr als vier Jahre nach dem Einstieg von Warren Buffets Fluggesellschaft NetJets beim Flugplatzbetreiber HFG GmbH wurde der Flugplatz Egelsbach noch nicht ausgebaut. Gleichwohl versucht die HFG GmbH “durch die Hintertür” – nämlich mit Erleichterungen für große Maschinen beim Anflugverfahren – die Bedingungen für die Jets (und damit für die Geschäftsflieger) beim Landen attraktiver zu gestalten.

Dank der Vertretung der FLAG-E in der Fluglärmkommission bekommen wir immerhin die aktuellen Entwicklungen zeitnah mit. Darüber hinaus ist es aber – wie jedes Jahr – wichtig, dass möglichst viele Anwohner aus der Region, die nicht möchten, dass die Lärmbelastungen durch den Flugplatz Egelsbach steigen, sich gemeinsam zeigen und damit deutlich machen: Wir sind da, wir verfolgen weiterhin die Entwicklung am Flugplatz und werden immer dann aktiv, wenn es nötig wird. Dies ist auch ein wichtiges Signal an die HFG GmbH. Sie muss mit einer klaren Reaktion der Anwohner bei allem, was geplant wird, rechnen. Solange es den Flugplatz Egelsbach geben wird, werden die Anwohner ihn auch kritisch beobachten müssen. Es handelt sich also um eine Aufgabe, die auf Dauer angelegt ist und viel Geduld bzw. Durchhaltevermögen voraussetzt.

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Deshalb findet am 1. September 2013 der nunmehr 5. Fahrradkorso rund um den Flugplatz Egelsbach statt (siehe Bericht vom letzten Jahr) – dieses Jahr unter dem Motto: Flug-Lärm-Abwehr – Wir bleiben dran ! Veranstalter sind wie immer – gemeinsam für die gesamte Region – die Flug-Lärm-Abwehr-Gemeinschaft Egelsbach e.V., die Naturfreunde Egelsbach-Erzhausen e.V., die Erzhäuser Bürgerinnen und Bürger gegen Fluglärm e.V., der NABU Gruppe Langen, der BUND sowie als Unterstützer die Rödermärker Bürgergruppe gegen Fluglärm und Tiefflüge – RBgT.

Treffpunkt für die Abfahrt um 15 Uhr ist der Feldweg in Höhe des Restaurants Kupferpfanne an der ehemaligen B 3. Wer möchte kommt in orangenen Farben, damit wir gut zu erkennen sind. Wir erwarten wieder Teilnehmer aus Rödermark, Langen, Erzhausen und der übrigen Region. Die Abfahrtsorte und -zeiten aus Rödermark und Langen werden hier noch bekannt gegeben. Die Erzhäuser Teilnehmer können sich dem Korso auch am Erzhäuser Bahnhof anschließen.

Den Abschluss des Fahrradkorsos bildet ein gemeinsamer Ausklang auf dem Gelände der Naturfreunde, gegenüber der Einfahrt zum Flugplatz. Dort wird es – auch dank der Unterstützung der Naturfreunde Egelsbach-Erzhausen e.V. als Gastgeber – Speisen und Getränke geben. Teilnehmer, die nicht so lange mitradeln wollen, können bereits an der Egelsbacher Umgehungsstraße K 168 direkt zum Gelände der Naturfreunde abbiegen.

Wenn Sie einen Kuchen spenden möchten tragen Sie sich bitte in folgende Liste ein oder melden sich bei Helga Schreiber, Tel.: 42868

Wenn Sie beim Aufbau auf dem Naturfreundegelände helfen möchten oder beim Kuchenverkauf tragen Sie sich bitte in folgende Liste ein oder melden sich bei Helga Schreiber, Tel.: 42868.

 

Wir hoffen, dass es dieses Jahr ein angenehmes Fahrradfahrwetter am 1. September geben wird.

Wir freuen uns auf eine schöne Fahrt und das anschließende Beisammensein bei den Naturfreunden.

Vorstand der FLAG-E am 18. April erneut gewählt – anschließender Infoabend zum Flugplatz gut besucht

Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung am 18. April 2013 stand nach zwei Jahren mal wieder die Wahl des Vorstandes an. Bei der Wahl gab es keine Überraschungen: der alte Vorstand ist auch der neue, er wurde im Amt bestätigt und ist ab Mitte Juni 2013 wieder für zwei Jahre gewählt:

1. Vorsitzender: Günther de las Heras
2. Vorsitzender: Rüdiger Luchmann
Schatzmeister: Norbert Frerichmann und
Schriftführer: Helmut Schreiber.

Es wurde bereits jetzt auf den jährlichen Fahrradkorso rund um den Flugplatz am 1. September hingewiesen. Listen für Helfer bei Kuchen, Auf-/Abbau und Ordnern stehen noch vor den Ferien auf der Homepage – wir brauchen wie immer Freiwillige.

An die Mitgliederversammlung schloss sich ein öffentlicher – auch für Nicht-Mitglieder gedachter – Infoteil zu Themen rund um den Flugplatz an. Wir wollen damit allen Bürgern auch in Zukunft mit diesem Konzept die Gelegenheit geben, sich zumindest einmal im Jahr über den Stand in Sachen Flugplatz zu informieren, auch wenn nichts “Spektakuläres” passiert. Es ist immer wichtig, die Entwicklung mit zu verfolgen, um nicht von neuen Situationen überrascht zu werden.

Die etwa 80 Besucher erhielten einen umfassenden Überblick über die Situation am Flugplatz nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid 2009, der die Vollprivatisierung verhindert hat. Dabei wurde auch der erneute Versuch des Bürgermeisters der Stadt Langen vom Herbst 2012 angesprochen, die Anteile nach Ablauf der Bindefrist des Bürgerentscheids doch noch zu veräußern. Das Fazit war klar: ohne das Wissen um die Entwicklungen in der HFG durch die Position als Minderheitengesellschafter in den Gesellschafterversammlungen würden Egelsbach und Langen kaum etwas vom Mehrheitsgesellschafter Netjets über die Pläne am Flugplatz erfahren, da dessen Informationspolitik als zurückhaltend zu bezeichnen ist. Die FLAG-E versucht weiterhin in der Fluglärmkommission, auf dem laufenden Stand der Dinge zu bleiben und Einfluss auf die Entwicklung am Flugplatz zu nehmen.

Mit einem Ausbau oder wenigstens mit der Einführung des Instrumentenflugs kommt die HFG nicht voran. Die angekündigten Millionen sind auch nach 3 Jahren noch nicht investiert und der Instrumentenflug in Egelsbach steht offenbar im Konflikt mit dem Rhein-Main-Flughafen. Das Prüfverfahren zur Einführung ist aber noch nicht abgeschlossen.

Anhand der aufgezeigten jährlich weiter steigenden Verluste der HFG ist fraglich, ob Warren Buffet als dem hinter Netjets stehenden Investor diese Vernichtung seines Geldes weiter mit ansehen wird oder ob dieses Investment als gescheitert beendet werden wird – zumal die Flugbewegungen im Bereich der Geschäftsflieger derzeit zurückgehen.

Weniger erfreulich als bei den zurückgehenden Flugbewegungen ist die Akzeptanz der Fluglärmbeschwerden der Anwohner bei den Behörden. Langwierige, undurchsichtige Verfahren, viele Spielräume für die Piloten bei der Platzrunde, wenig festgestellte Verstöße und wenn – dann geringe Geldbußen – machen es dem Bürger schwer, sich gegen Falschflieger wirksam zur Wehr zu setzen. Zahlen zeigen einen Rückgang der Beschwerden, wohl auch, weil das Verfahren so mühselig und frustrierend für den Bürger ist. Diesen Eindruck bestätigten die Besucher des Infoabends. Auch war nach den Erfahrungen der Anwesenden kein deutliches Interesse der zuständigen Behörden erkennbar, den Beschwerden der Bürger engagiert nachzugehen – wohl auch wegen der Spielräume bei der Feststellung von Gesetzesverstößen. In diesem Bereich muss noch einiges nachgebessert werden, um dem Schutzbedürfnis der Bürger besser entgegen zu kommen. Ein Besucher bemerkte zu recht: “Jede Geschwindigkeitsüberschreitung im Straßenverkehr kostet ein Vielfaches mehr als ein falsch geflogener Flieger über Egelsbach”.

Schließlich wurde noch ein Überblick über die Situation des südlichen Gegenanflugs zum Rhein-Main-Flughafen über Egelsbach und Umgebung seit 2011 gegeben. Eine Entscheidung im Klageverfahren der Gemeinde Egelsbach steht noch aus.

Sinn und Unsinn der Fluglärmkommission am Flugplatz Egelsbach – Teil 2

Wie schwer sich das Regierungspräsidium in Darmstadt mit Empfehlungen ihrer Fluglärmkommission am Flugplatz Egelsbach tut, zeigt der folgende Fall, der sich mit Lärm und Gefahren rund um den Flugplatz Egelsbach beschäftigt:

Der Einstieg der Firma NetJets im Jahr 2009 hat am Flugplatz Egelsbach zu einer deutlichen Veränderung des Flugzeugmix geführt. Während die Anzahl der Klein- und Sportflugzeuge, für die der Flugplatz ursprünglich konzipiert wurde, zurückging, stieg die Anzahl der Geschäftsflieger und Düsenjets.
Seitdem kam es zu zwei tödlichen Flugzeugabstürzen mit ähnlichen Absturzmustern.

Nach dem letzten Flugzeugabsturz vom 1. März 2012 im Anflug zum Flugplatz Egelsbach (siehe unser Artikel Bericht der BFU zum Flugzeugabsturz vom 1. Marz 2012), haben wir in enger Zusammenarbeit mit Experten der Luftfahrt u.a. den dafür relevanten Statusbericht im Bulletin der BFU (Seite 16 bis 62) intensiv ausgewertet und versucht, die Ursachen für die zwei fast identischen Absturzmuster zu verstehen (siehe Hinweis im Bulletin der BFU S. 45). Dabei wurde auch uns sehr schnell klar, dass das wesentliche Problem darin besteht, dass vor allem schneller fliegende Flugzeuge bei der Landung einen höheren Anspruch an die Sichtbedingungen stellen. Schnelle Jets haben einfach weniger Zeit, um auf ein Hindernis zu reagieren als langsame Sportflieger. Die Sichtanforderungen am Flugplatz Egelsbach sind aber seit Jahren nicht verändert worden, und entsprechen heute noch denen des alten Sportflugplatzes. Wie tückisch die Sichtbedingungen am Flugplatz Egelsbach sind, kann man u.a. auf Seite 35 Abs.1 lesen: „Die Besatzung eines in Egelsbach stationierten Polizeihubschraubers berichtete, dass ein Einsatzflug für die Suche der Unfallstelle ca. 15 Minuten nach dem Unfall aufgrund mangelnder Sicht abgebrochen werden musste.“ Die zahlreichen Empfehlungen der BFU deckten zudem Lücken in der Dokumentation zum Anflug am Flugplatz Egelsbach auf und verdeutlichen verschiedene Risiken. Hinzu kommt, dass der Unfall im Anflug zum Flugplatz um 18:56 erfolgte, d.h. nach den Regeln des Sichtflugverfahrens war es da schon Nacht (Sonnenuntergang am 1. März war um 17:47 + 30 Minuten). Das ist erlaubt, aber gefährlich.
Zu den schwierigen Sichtbedingungen kam also die Dämmerung, was für einen Jetpiloten hochriskant ist.

In der darauffolgenden Sitzung der FLK vom 4 Mai 2012 wurden unter dem Eindruck dieser dramatischen Entwicklung verschiedene Anträge gestellt, die auch die Sicherheit der Menschen in der Luft und am Boden verbessern sollten. Im Antrag der BI Erzhausen wurde die Empfehlung formuliert, Flugzeuge ab einem Gewicht von 5,7 Tonnen per Instrumentenflug zum benachbarten Rhein-Main-Flughafen zu leiten. Eine durchaus vernünftige Empfehlung die, wäre sie schon länger befolgt worden, vielen Menschen das Leben gerettet hätte. Als Vertreter der FLAG-E in der FLK hatte unser Antrag zum Ziel, dass man die Sichtanforderungen am Flugplatz Egelsbach und damit die Sicherheit im Anflug deutlich verbessert.
Beide Anträge wurden von den Mitgliedern der FLK mehrheitlich angenommen!

Am 4. September teilte das Regierungspräsidium Darmstadt der FLK mit, dass die Anträge als unzulässig zurückzuweisen sind und äußerte sich mit keinem Wort zum Sicherheitsrisiko am Flugplatz Egelsbach. Unsere darauf folgende begründete Beschwerde wurde kurzerhand vom Regierungspräsidenten am 10. Dezember aus rein formellen Gründen abgelehnt.

Das Regierungspräsidium hat hier alle seine rechtlichen Möglichkeiten genutzt, um erfolgreich die Empfehlungen ihrer eigenen Fluglärmkommission abzublocken. Dass Sie damit die sachliche Auseinandersetzung mit den Empfehlungen der Kommission verhindert, ändert an der Problematik allerdings nichts.

Wir erwarten, dass die Behörde endlich die Beratungskompetenzen ihrer eigenen Kommission ernst nimmt, auch wenn sich deren Empfehlungen nicht immer mit den wirtschaftlichen Interessen des Fluglatzbetreibers bzw. der Firma NetJets decken.

 

Sinn und Unsinn der Fluglärmkommission am Flugplatz Egelsbach – Teil 1

Die „Kommission zur Abwehr des Fluglärms am Verkehrslandeplatz Egelsbach“ (FLK) wurde gemäß Luftverkehrsgesetz (LuftVG) §32 Abs. 7 angeordnet, da am Flugplatz Egelsbach „aus Gründen des Lärmschutzes oder zur Verringerung der Luftverunreinigung durch Luftfahrzeuge ein Bedürfnis besteht“.

Als Bürgerinitiative vertreten wir in diesem Gremium die Schutzinteressen der Anwohner und schlagen immer wieder Maßnahmen zur Reduzierung von Fluglärm vor. Wir erleben dabei regelmäßig, dass Maßnahmen, die in irgendeiner Form die unternehmerischen Interessen des Flugplatzes einschränken könnten, von den Vertretern der zuständigen Behörden Kraft ihres Amtes oder in einseitiger Auslegung der Gesetze verhindert werden. Selbst Änderungen, die klar in den Beratungsauftrag der FLK gehören, werden an dieser vorbei entschieden und lediglich im Ergebnis mitgeteilt. Hier zwei Beispiele aus den vergangenen 24 Monaten:

  1. Am 1. April 2011 beantragte die Hessische Flugplatz GmbH (HFG) beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) die Änderung der Öffnungszeiten am Flugplatz Egelsbach. In der Sitzung der FLK vom 5. Mai 2011 wurde dieser Antrag unter „Verschiedenes“ (9.4. Information über geänderte Öffnungszeiten am VLP)  bekannt gegeben. Bereits am 7. Juni 2011 erteilte das RP die entsprechende Genehmigung.
    Diese Änderung des Planfeststellungsbeschlusses vom April 2002 wurde nie der FLK zur Beratung vorgelegt, obwohl die Erweiterung der Betriebszeiten Auswirkungen auf den Fluglärm vor allem in den Abendstunden hat.
  2. Zum 15. August 2012 wurde die FLK zu einer Sondersitzung einberufen. Die Tagesordnung dazu wurde uns erst am 7. August zugestellt. Daraus war aber der genaue Inhalt der Sitzung nicht zu erkennen. Die aufklärende Dokumentation erhielten wir am 13. August, d.h. zwei Tage vor der Sitzung. Aber erst in der Sitzung wurde uns klar, um was es eigentlich ging: Die Firma NetJets hatte beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) einen Antrag auf Verlängerung des Instrumentenflugverfahrens bis über Rödermark beantragt. Die sogenannte ATS-Strecke T168 war bereits zum 23. August 2012 freigegeben worden.
    Auch dies erfolgte ohne vorherige Anhörung der FLK, obwohl diese Erweiterung des Flugraums über bewohnten Gebieten der Städte Rödermark und Dreieich (Offenthal) Auswirkungen auf den Fluglärm und die Abgasentwicklung haben wird.

Mit dieser Vorgehensweise der Genehmigungsbehörden untergräbt man nicht nur den Sinn des gesetzlich angeordneten Beratungsgremiums, sondern man demonstriert ein totales Desinteresse an einer echten Bürgerbeteiligung. Aber auch wenn unser Handlungsspielraum an dieser Stelle sehr eingeschränkt wird, wollen wir weiter diesem Gremium angehören, damit wir wenigstens die Hintergründe für Änderungen am Flugplatz Egelsbach erfahren, die Auswirkungen veröffentlichen und uns rechtzeitig darauf einstellen können.

Rhein-Main-Flugrouten: Anhebung des südlichen Gegenanflugs um 300 m in Kraft getreten

Seit März 2011, bereits vor Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn, hören es die Egelsbacher und die Erzhäuser Bürger: die Flugroute des sog. südlichen Gegenanflugs zum Rhein-Main-Flughafen wurde nach Süden verlegt und führt sowohl bei Ost- als auch bei Westbetrieb zum großen Teil mitten durch die Ortslagen. Diese Maßnahme wurde mit notwendigen Anpassungen aufgrund der anstehenden Eröffnung der neuen Landebahn begründet.

Die FLAG-E reichte bereits im Juni 2011 beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier eine Protest-Liste mit etwa 1.700 Unterschriften allein aus Egelsbach ein. Es wurde zeitgleich auch bei der DFS im August 2011 in einem Gespräch mit Vertretern der FLAG-E und mit persönlicher Unterstützung des Landrats Oliver Quilling danach gefragt, ob diese Südverlegung wirklich notwendig sei, ob sie vom Verfahren her ordnungsgemäß zustande gekommen sei und ob Alternativen bestünden.

Aufgrund der massiver Proteste in der gesamten Region um den Flughafen Rhein-Main wurde vom Forum Flughafen & Region im September 2011 eine “Task Force Flugwegoptimierung” eingesetzt. In diesem Gremium saßen u.a. Vertreter der DFS, der Fluglärmkommission, des Landes Hessen, der Fraport AG und der Lufthansa. Die Task Force stellte im März 2012 einen Katalog von Einzelmaßnahmen als Ergebnis ihrer Beratungen vor.

“Allianz für Lärmschutz 2012”

Neben zahlreichen anderen Versuchen, die lärmbelasteten Bürger um den Flughafen zu entlasten (z.B. die Anhebung des Anflugwinkels auf die NW-Landebahn), wurden von der Hessischen Landesregierung und der Luftverkehrsbranche aus den Vorschlägen der Task Force als Maßnahmen für den Bereich des sog. südlichen Gegenanflugs (der u.a. Egelsbach und Erzhausen betrifft)  beschlossen (“Allianz für Lärmschutz 2012”):

  • Steigerung der Überflughöhen auf den Gegenanflugstrecken um mindestens 1.000 f (ca. 300 m) von 4.000 f (1.200 m) auf 5.000 f (1.500 m).
  • Optimierung der CDA-Profile (kontinuierlicher Sinkflug mit wenig Schub, erwartete Lärmentlastung bereits 20 km vor der Landeschwelle)
  • Monitoring dazu und Auswertung der Auswirkungen der Maßnahmen

Im einzelnen bedeutet die Steigerung der Anflughöhen auf dem Gegenanflug, dass 90 % der Luftfahrzeuge in der Durchschnittshöhe 1.000 f (ca. 300 m) höher fliegen sollen. An vier Punkten sollen feste Minimumhöhen eingehalten werden (S. 22 Abschlussbericht der Task Force).  Durch Messungen soll die Wirksamkeit dieser Lärmminderungsmaßnahme nachgewiesen werden.

Seit 18. Oktober 2012 wird die Steigerung der Anflughöhen nun tatsächlich in der Praxis umgesetzt. Welche Auswirkungen diese Veränderung haben wird, soll von der DFS ausgewertet werden. Erste Messberichte sollen bereits im November 2012 vorliegen. Es wird von der DFS selbst vorab erwartet, dass sich Auswirkungen auf die Bereiche Kapazität, Fluglärm und Flugweglänge ergeben werden.

Nach den Auswertungen der Messstation der FLAG-E (unser “Himmelsohr”) und auch nach den offiziellen Aussagen der DFS wurde jedoch von Anfang an der überwiegende Teil der Luftfahrzeuge auf den Gegenanflügen deutlich oberhalb dieser niedrigsten Betriebshöhen (also oberhalb von 5.000 f) geführt.

Aus den Flugspuren kann man außerdem erkennen, dass an manchen Tagen eine lateral weiter nach Süden verschobene Variante geflogen wird. Es ist nicht auszuschließen, dass die DFS hier versucht, Alternativen auszutesten, für den Fall, dass der Verwaltungsgerichtshof (aufgrund der Klage der Gemeinde Egelsbach gegen die neue Routenführung) den aktuellen Überflug verbietet und ausgewichen werden muss. Das entspricht auch deren Aussage, dass Routen nie endgültig bzw. in „Stein gemeißelt” sind, sondern ständig optimiert werden.

Keine Flugroute ist “in Stein gemeißelt”.

Diese kleinen Verbesserungen bei der Belastung rund um Egelsbach und Erzhausen sind auch deshalb zustande gekommen, weil sich hier viele Menschen aktiv über die stärkere Fluglärmbelastung beschwert und mit konstruktiver Kritik auf die Verantwortlichen in der Politik und den Behörden gewandt haben. Und immerhin: ein dauerhaft eingesetztes Gremium, die Expertengruppe Aktiver Schallschutz, soll sich um ständige Verbesserungen des gesamten Anflugsystems bemühen.

Abzuwarten bleibt, was die im April 2012 eingereichte Klage der Gemeinde Egelsbach vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Verlegung des südlichen Gegenanflugs bewirken wird. In diesem Verfahren trägt die Gemeinde Egelsbach vor, dass es auch nach Eröffnung der neuen Landebahn durchaus Alternativen für die gewählte neue Gegenanflug-Streckenführung gegeben hätte.

Als weitere, langfristige Maßnahme neben der Anhebung des südlichen Gegenanflugs soll zur Reduzierung der Lärmbelastung in der Region versucht werden, die vertikalen Profile abhängig von der Länge des Gegenanflugs zu flexbilisieren. Also: wer weit fliegen muss soll hoch fliegen. Dies soll auch durch einen kontinuierlichen Sinkflug erreicht werden (Maßnahme 5 der Task Force, siehe Abschlussbericht).

Was haben die Proteste bisher bewirkt ?

Fazit: Was haben die bisherigen Proteste der Region um den Rhein-Main-Flughafen bewirkt ? Die Verantwortlichen versuchen, den Luftraum in der Region so neu zu ordnen, dass Menschen vom Lärm entlastet werden. Das kann beim Endanflug auf die Landebahnen kaum gelingen. Beim südlichen Gegenanflug, der auch die Region Egelsbach/Erzhausen betrifft, bestehen da noch eher Spielräume. Die Anhebung um 1000 f schöpft einen Teil dieses Spielraums aus. Faktisch führt die Anhebung aber kaum zu einer hörbaren Entlastung, da die Maschinen den Korridor, der ihnen von der Flughöhe an dieser Stelle zur Verfügung steht, bereits bisher selten nach unten hin ausgenutzt haben.

Und eines ist ganz klar: die zu erwartende steigende Anzahl der Flugbewegungen in den nächsten Jahren wird dadurch auch nicht verhindert.